30.3.2017

UWG-Pressemitteilung, 23. November 2010

UWG-Stadtrundgang: Geschichte der Ahauser Juden nähergebracht

UWG-Spaziergang mit Hermann Löhring

Zu einem Stadtrundgang der besonderen Art unter Führung von Hermann Löhring konnte die Ahauser UWG zahlreiche Bürger begrüßen. Treffpunkt war der jüdische Friedhof, auf dem Herr Löhring den interessierten Zuhörern zunächst einmal die Geschichte der Juden in Ahaus vom Anfang bis zum bitteren Ende näher brachte.

Von den über 50 im Jahre 1938 lebenden Ahauser Juden haben nur einige wenige den Holocaust überlebt. 1941 wurden die jüdischen Familien nach Riga deportiert, dort wurden sie erschossen oder später in Konzentrationslagern wie Auschwitz oder Sobibor ermordet.

Nachdem Hermann Löhring viele wissenswerte Details über den jüdischen Friedhof vermittelt hatte, führte er die Teilnehmer zu einigen Stolpersteinen. Die Steine sollen an die einst in Ahaus lebenden jüdischen Mitbürger erinnern und liegen in Straßen- und Bürgersteigpflaster vor deren ehemaligen Wohnhäusern.

Die Zuhörer erfuhren sehr viel über das Leben und Arbeiten der Juden und die Tatsache, dass z.B der jüdische Metzger Moritz Winkler Bürgerschützenkönig werden konnte, machte deutlich, dass sie einst durchaus Ansehen in der Ahauser Gesellschaft genossen. Anschließend besuchte die Gruppe die Ausstellung „Jüdische Familien in Ahaus“ in der Villa van Delden.

Die stellvertretende Vorsitzende der UWG, Renate Schulte, bedankte sich zum Schluss bei Hermann Löhring für die engagierte Führung. Sie machte deutlich, dass seine tiefe persönliche Betroffenheit vom Schicksal der Juden jederzeit zu spüren gewesen sei und sich auf die Teilnehmer des Rundganges übertragen habe.

UWG-Spaziergang mit Hermann Löhring

Pressemitteilung von UWG-Ratsmitglied Dieter Homann, 17. August 2010

Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt – von politischer Verantwortung keine Spur

Dieter Homann

Die Atommülltransporte aus dem sächsischen Rossendorf in das westfälische Ahaus wurden von mir als damaligem Fraktionsvorsitzendem der Unabhängigen Wählergruppe Ahaus (UWG) in den Jahren 2003 bis 2005 als völlig überflüssige Steuerverschwendung in Millionenhöhe, als völlig unnötiges Transportrisiko und nicht nachvollziehbare Verschiebung von Atommüll von einem technisch etwas sicherem in ein technisch eher unsicheres Lager kritisiert.

Doch als die UWG das Thema Rossendorf-Transporte erstmals 2003 auf die Tagesordnung des Rates der Stadt Ahaus brachte, zeigten sich Stadtverwaltung und Jens Spahn unwissend über derartige Pläne. Als die UWG kurze Zeit später hierzu eine Sondersitzung beantragte, waren Stadtverwaltung und der hiesige Vertreter der Bundesregierung nicht unwissend, sondern zeigte sich ausweichend staatstragend verantwortlich.

Es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass die Bedenken der UWG Ahaus und der weiteren Atomkraftgegner keine Beachtung gefunden haben, die unnötigen Transporte, die überflüssige Gefährdung der Bevölkerung wurde als gesamtstaatliche Verantwortung und notwendig angesehen. Und so wurden diese, mit einem Riesenpolizeiaufwand, mit Millionen Steuergeldern durchgeprügelt, beim ersten Transport über einen Wirtschaftsweg mit einem Risiko für die Bevölkerung durchgeführt, dass einem Hören und Sehen vergeht.

Ich selbst habe diese Transporte in meiner Verantwortung als UWG-Fraktionsvorsitzender und als Ahauser Bürger sowohl auf politischem Wege als auch mit den Mitteln des Demonstrationsrechtes zu verhindern versucht. Bei einer Blockade ist gegen mich gemeinsam mit vielen Menschen ein Bußgeld verhängt worden. Aufgrund meines Widerspruches hiergegen bin ich vom Amtsgericht Borken rechtskräftig zu einer Strafe von 100,00 € verurteilt worden.

Ich bin verurteilt worden, weil ich einen Atomtransport als völlig überflüssig kritisiert und blockiert habe, der offenbar nun auch von den entsprechenden Behörden als völlig überflüssig bezeichnet wird, der offenbar nur aufgrund einer Panne im Ministerium durchgeführt wurde.

Aufgrund genau dieser Panne wurde die Sicherheit der Bevölkerung bei völlig unnötigen Atomtransporten gefährdet, aufgrund dieser Panne wurden vor fünf Jahren die Atomtransporte, die einige Millionen Euro Steuergelder kosteten, durchgeführt. Und jetzt soll eben dieser Atommüll aus Ahaus nach Russland gebracht werden, weil irgendwer im sächsischen Ministerium nicht im rechten Moment wach war.

Erneut werden Millionen an Steuergelder eingesetzt, nicht weil der Rechtsstaat es nötig macht, sondern weil der Rechtsstaat versagt hat, weil die entscheidenden Politiker versagt haben. Doch die Landespolitiker in Sachsen sagen, wir haben es nicht gewusst, die Politiker im Bundesumweltministerium und im Bundesamt für Strahlenschutz sagen, wir waren dafür nicht zuständig, die entsprechenden Kommunen und ihre Bürgermeister halten sich heraus, weil sie nichts gewusst haben, die Aufsichtsbehörden im Land prüfen noch, wer für die Aufsicht zuständig gewesen sein könnte,

…… und verantwortlich ist: keiner. Wieder einmal wurden Millionen an Steuergeldern in den Sand gesetzt, wieder einmal wurden völlig unnötige Transportrisiken in Kauf genommen, wieder einmal wurden unzählige Menschen kriminalisiert, die sich für eine lebenswerte Zukunft eingesetzt haben.

Natürlich zahlt der Bürger, denn was hat er auch für eine Wahl. Doch wenn nicht schleunigst über Restlaufzeiten für Politiker statt für Atomkraftwerke nachgedacht wird, wenn nicht schleunigst jemand die Verantwortung für das Geschehen übernimmt, dann wird die Verantwortungslosigkeit in Zukunft das Geschehen bestimmen.

UWG-Pressemitteilung, 18. Februar 2010

Politischer Aschermittwoch der UWG Ahaus

Die UWG Ahaus traf sich traditionell am Aschermittwoch zur Jahreshauptversammlung in der Gaststätte "Leers". Hubert Kersting, Vorsitzender der UWG, konnte zahlreiche Mitglieder begrüßen. Kersting ließ noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren und bedankte sich vor allen Dingen bei Dieter Homann, der im Rennen um die Wahl für das Bürgermeisteramt einen achtbaren zweiten Platz errungen hatte. Ebenfalls hob Kersting das gute Abschneiden der UWG in Alstätte hervor.

Zentrales Thema in der folgenden Aussprache war das Großprojekt "Kulturmeile". Es herrschte schnell Einigkeit darüber, dass die Stadthalle renoviert werden müsse. Der geplante Neubau der Bücherei dürfe aber in Zeiten leerer Kassen nicht übers Knie gebrochen werden und auch der dafür vorgesehene Standort sei denkbar ungeeignet.

Gegen weitere unnötige Atommülltransporte, u. a. aus Jülich, sprach sich Felix Ruwe aus. Die Halle in Jülich sei baugleich mit der in Ahaus und sogar noch ein Jahr jünger. Bei den Transporten gehe es nur um den Profit der Betreiber. Außerdem sei zu befürchten, dass Ahaus nun endgültig zum Endlager würde. Man müsse alle politischen Mittel ausschöpfen, um das zu verhindern.

Empört reagierten die Mitglieder auf die Entscheidung der Verwaltung, die Sanierung des Josefsviertels um zwei Jahre zu verschieben. Auch die Wessumer Ortsdurchfahrt müsse schneller realisiert werden.

Weitere Themen waren u. a. der Discounter in Ottenstein, der um einiges teurer gewordene Bau am AHG und die Dorfentwicklungsprojekte.

Bei den nachfolgenden Vorstandswahlen wurden Hubert Kersting als Vorsitzender, Renate Schulte und Elke Rott als seine Stellvertreterinnen einstimmig wiedergewählt. Zur Kassiererin wurde Margret Kersting, zum Jugendvertreter Martin Lenting und Angelika Dannenbaum zur Schriftführerin gewählt.

Folgende Beiräte sind zukünftig für die Ortsteile zuständig: Annette Bruns-Schmeing (Ahaus), Angelika Dannenbaum (Wüllen), Annegret Heijnk (Alstätte), Felix Ruwe (Wessum), Markus Langenbrink (Ottenstein) und Silvia Lütke-Hündfeld (Graes).