21.10.2017

Ahaus. Gronau. Kreis Borken. Fast 10.000 Kilometer liegen Ahaus und Gronau von Jamaika entfernt, offenbar scheinen die Themen von Ahaus und Gronau bei der Bildung einer Jamaika-Koalition in Berlin ebenso weit entfernt zu sein. Das Bundestagswahlergebnis und die Sondierungsgespräche zu einer Jamaika-Koalition in Berlin hat Dieter Homann, Mitglied der UWG-Fraktion im Rat der Stadt Ahaus, nun zum Anlass genommen, die beteiligten Vertreter der Fraktionen auf Themen aus der Region hinzuweisen und ihre Ankündigungen aus Grundsatzprogrammen ernst zu nehmen. In Schreiben an verantwortliche Vertreter hat Homann kürzlich die Haltung zur Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau und den Verzicht auf die Atommüll-Transporte in das Atommüll-Lager Ahaus und deren Bedeutung bei den Sondierungsgesprächen abgefragt.

Homann bekam nun Post aus Berlin – eine erste Reaktion von Sylvia Kotting-Uhl, bisher atompolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis ´90/Die Grünen. Kotting-Uhl : „Atompolitik als eines der urgrünen Kernfelder wird selbstverständlich in Koalitionsgesprächen die angemessene Rolle spielen. Uns ist bewusst, dass grüne Glaubwürdigkeit immer auch am Umgang mit der Atomkraft und ihrem unvergleichlich gefährlichen Müll gemessen wird. Da unsere Verhandlungsführer*innen, um den extrem schwierigen Verhandlungen mit CDU/CSU und FDP überhaupt eine Chance auf Erfolg zu geben, ohne "rote Linien" in die Gespräche gehen, kann Ihnen die Frage, wo es welche Kompromisse geben wird, heute niemand beantworten.“

Dennoch verweist Kotting-Uhl darauf, dass die Beendigung der Urananreicherung in Deutschland im grünen Wahlprogramm stehe und sehr ernsthaft gefordert werde, da sie zur Vollendung des Atomausstiegs dazugehöre. Zwar wollen die Grünen Urenco schnellstmöglich schließen, doch wie kurz eine eventuell zuzugestehende Restlaufzeit sein kann, werde Ergebnis der Verhandlungen sein.

Das Zwischenlager Ahaus und die eventuellen Transporte aus Jülich seien, so Kotting-Uhl, nicht Thema ihres Wahlprogramms. In der Endlager-Kommission aus Politiker*innen, Wissenschaftlern und Zivilgesellschaft hätten sie sich ausführlich mit der Problematik des Atommülls in Jülich und dessen Verbleib befasst. Leider sei die Option Neubau eines Zwischenlagers auf dem Gelände bis heute vom BMBF, das Haupteigentümer des Forschungszentrums Jülich ist, nicht gefördert worden. Das Ministerium präferiere den Export des Atommülls nach USA. Dagegen hat sich die Kommission als unverantwortlichste der drei Optionen ausgesprochen. Sie glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich die diffizile Frage des Atommülls aus Jülich in Koalitionsverhandlungen befriedigend lösen lässt und schlage daher vor, sie an anderer Stelle zu behandeln.

In einer ersten Stellungnahme äußert sich Dieter Homann für die UWG-Fraktion sehr enttäuscht über die geplante Vorgehensweise der grünen Bundestagsfraktion. Grüne Kernthemen werden zwar immer wieder proklamiert, bekämen in der Bedeutung offenbar eine eher untergeordnete Rolle – einer Regierungsbeteiligung seien offenbar offenbar Opfer zu bringen, die ursprüngliche grüne Ideen zur Unkenntlichkeit verkommen ließen. Das bedingungslose Engagement der Unabhängigen Wählergruppe, der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ und der Menschen auf der Straße seien, so Homann, offenbar die einzig wirksamen Wege, weitere Wege in eine atomfreundliche Zukunft zu vermeiden. Positiv sehe Homann aber, dass der Ahauser Rat, der jahrzehntelang Steigbügelhalter für die Atomindustrie war, sich inzwischen mit einer großen Mehr sehr deutlich gegen weitere Atommüll-Transporte nach Ahaus ausspreche und alle rechtlichen Möglichkeiten prüfe, gegen eine weitere Belastung hierdurch vorzugehen. Weitere Reaktionen aus dem politischen Berlin zu Homanns Anfrage stehen noch aus.

Leserforum Mittwoch, 10. Mai 2017

Leser Hartmut Liebermann aus Ahaus zu den gestrigen Artikeln: "Mauerbau in Etappen" und "Atommüll für Schacht Konrad":

Unbefristete Lagerdauer ist Endlagerung

Herr Rosen (GNS) weist Vermutungen zurück, dass der Mauerbau am BZA der erste Schritt zur Umwandlung des BZA in ein Endlager sei. Was den Mauerbau anbetrifft, mag das stimmen, aber was ist mit dem neuen Genehmigungsantrag für die unbefristete Lagerung schwachradioaktiver Abfälle? Derzeit ist diese Lagerung bis 2020 genehmigt, danach sollte der Müll angeblich im Schacht Konrad endgelagert werden. Dieser Schacht steht aber 2020 noch nicht zur Verfügung, nach Angaben von Herrn Rosen erst ab 2023. Warum wird dann nicht eine Verlängerung der Lagerfrist in Ahaus um, sagen wir, fünf oder meinetwegen auch zehn Jahre beantragt? Vielleicht weil zumindest die Möglichkeit besteht, dass Schacht Konrad niemals in Betrieb genommen wird? Also soll die neue Genehmigung für Ahaus unbefristet sein - was aber heißt "unbefristete Lagerdauer" anderes als Endlagerung?

Leserbrief als JPG

Seit 10 Jahren veranstaltet der Amerikaner Scott Simmer drumSTRONG. Nach dem Prinzip eines Spendenlaufs werden hierbei Gelder für den Kampf gegen Krebs gesammelt, nur das eben nicht gelaufen, sondern getrommelt wird. DrumSTRONG findet weltweit statt – neben dem Hauptevent in North Carolina werden zahlreiche Parallel-Events auf allen Kontinenten gestartet.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Karola Voß und Dr. Dr. Nikolaus Balbach findet erstmals auch in Ahaus ein drumSTRONG statt: Am Samstag, 20. Mai 2017 von 14 bis 15 Uhr findet auf dem Ahauser Rathausplatz ein großer öffentlicher Drumcircle statt. Dieser wird veranstaltet vom Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V., dem Eine-Welt-Laden Ahaus sowie der Steuerungsgruppe der Stadt Ahaus „Fairtrade“ in Zusammenarbeit mit dem Lehrer der Musikschule, Nikolas Geschwill.

Unter der Leitung von Geschwill, der unterstützt wird vom Drum-Circle des Caritasverbandes, soll eine Stunde lang auf dem Rathausplatz mit allen Menschen, die sich begeistern lassen und helfen wollen, getrommelt werden. Wie auch beim Caritas-Drum-Circle, bei dem allwöchentlich zahlreiche Deutsche und Geflüchtete trommeln, können sich jung und alt, Anfänger und Profis, gleich welcher Sprache und Herkunft, engagieren. Die Instrumente werden gestellt, es können natürlich auch eigene mitgebracht werden. Jeder teilnehmende Trommler hilft, denn es werden pro Trommler Spenden zugunsten krebskranker Kinder gesammelt. Die Kinderkrebshilfe Münster leiste auch für Kinder, Jugendliche und ihre Angehörigen in Ahaus eine sehr wertvolle Hilfe und Unterstützung, so Annegret Heijnk, stellv. Vorsitzende der UWG-Fraktion. So habe die UWG nicht lange überlegt, ergänzt Hanne Lange, und ihre Unterstützung zugesagt. Seit März 2017 ist Ahaus Fairtrade-Stadt, was Vorstand und Fraktion der UWG ausdrücklich begrüßen. Auch die Aktion wird ein Fairtrade-Zeichen setzen: Alle Trommler, die sich einfinden, erhalten gratis ein Getränk, Schokoriegel oder Fruchtgummis aus fairem Handel.

Um die Kinderkrebshilfe mit einem möglichst hohen Betrag unterstützen zu können, freuen sich die Veranstalter auf eine große Zahl von Trommlern, aber auch Sponsoren aus der Wirtschaft, Politik und Privatpersonen. UWG-Vorsitzende Renate Schulte und UWG-Fraktionsvorsitzender Felix Ruwe freuen sich, dass dieses Projekt nun auch in Ahaus angekommen ist und haben bereits zugesagt, die Hilfe für krebskranke Kinder mit einer Spende in Höhe von 500 € zu unterstützen.

www.drumstrong.org

Plakat [PDF] | Teilnahmeerklärung [PDF]

Drumstrong Plakat

Renate Schulte übernimmt Vorsitz

Hubert Kersting, Renate Schulte und Andreas Beckers Auf der Jahreshauptversammlung der UWG Ahaus wurde Renate Schulte einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie löst damit Hubert Kersting ab, der seit 2001 an der Spitze der UWG stand und nun weiter als Kassierer tätig sein wird. Schulte dankte den Anwesenden für das mit der Wahl verbundene Vertrauen und versprach, die neue Aufgabe engagiert anzugehen.
Als Stellvertreter wurden Andreas Beckers und Elke Rott gewählt.

Kersting verband seinen Jahresrückblick mit einer Bilanz über die zurückliegenden 16 Jahre. Er sei sehr gerne Vorsitzender gewesen und er sehe die UWG für die Zukunft gut aufgestellt.

Anschließend berichtete der Fraktionsvorsitzende Felix Ruwe über die Ratsarbeit. Er beklagte dabei, dass vor allem die CDU eine Blockadepolitik gegenüber Karola Voss betreibe. Zwei Drittel der Ahauser Bürger hätten Frau Voss zur Bürgermeisterin gewählt, das solle die CDU endlich akzeptieren und konstruktiv damit umgehen.

Ruwe kritisierte auch, dass - ermöglicht durch ein Landesgesetz - Ausschussvorsitzende ab 2017 die doppelte Aufwandsentschädigung erhalten könnten. Er erklärte dazu: „Das Geld muss aus der Stadtkasse bezahlt werden. Abgesehen davon, dass von einer wirklichen Mehrarbeit für die Vorsitzenden keine Rede sein kann, denn die Ausschussmitglieder müssen sich genauso intensiv vorbereiten, ist die Arbeit im Rat immer noch ein Ehrenamt!“

Er verwies auch auf andere Gemeinden, in denen Stadträte die Erhöhung abgelehnt hätten oder Ausschussvorsitzende ihre Entschädigung gespendet hätten.
Er ergänzte: „Zudem trägt der gegen die Stimmen der UWG-Fraktion erfolgte Ratsbeschluss zur Politikverdrossenheit bei und ist auch den ehrenamtlich tätigen Bürgern, die sich in anderer Weise einbringen, nur schwer zu vermitteln.“

Als sehr wichtiges Thema stand dann die am 28. März in der Stadthalle stattfindende Zusammenkunft der AFD im Fokus.
Die Anwesenden vertraten die Meinung, dass die geplante gemeinsame Kundgebung aller im Rat vertretenen Parteien und anderer Institutionen sinnvoll und wichtig sei.
Nötig sei aber vor allen Dingen, sich sachlich-konstruktiv mit der AFD auseinanderzusetzen und Strategien für den Umgang mit ihr zu entwickeln.

Mit dem Hinweis auf zwei Termine, das Gastspiel der Berliner Compagnie am 15. März in der Stadthalle und den Besuch des Ahauser Tierheims am 1. April, endete die Versammlung.

Veranstaltergemeinschaft Berliner Compagnie „Das Bild vom Feind“ am 15. März 2017

aktuelles forum – Volkshochschule • Caritasverband Ahaus-Vreden • CDU Ahaus • Eine-Welt-Laden Ahaus • Evangelische Kirchengemeinde Ahaus • SPD Ahaus • UWG Ahaus • UWG Kreis Borken

c/o Dieter Homann • Schmalenstrothstrothstraße 23 • 48683 Ahaus • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

17. Januar 2017

Sanktionen, Drohungen, vermehrte Aufrüstung, immer größere Manöver, immer häufiger gefährliche Zwischenfälle – der kalte Krieg ist wieder da. Wird die Eskalation nicht beendet, kommt es zum dritten Weltkrieg. Was in der Ukraine geschehen ist, wird nicht nur von den Ukrainern, sondern auch von den Deutschen sehr unterschiedlich beurteilt.

In ihrem neuen Theaterstück „Das Bild vom Feind – Wie Kriege entstehen“ hat sich die bundesweit bekannte Berliner Compagnie mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Am 15. März 2017 um 20 Uhr gastiert sie damit in der Ahauser Stadthalle im Kulturquadrat. Veranstalter ist eine bunte Gemeinschaft aus Volkshochschule, Caritasverband und der Evangelischen Kirchengemeinde Ahaus, Parteien und Wählergruppen (CDU Ahaus, SPD Ahaus, UWG Ahaus, UWG Kreis Borken) sowie dem Eine-Welt-Laden Ahaus. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hat Bürgermeisterin Karola Voss übernommen.

Das Stück spielt in einer Redaktion. Die linke Zeitung ist von einem Milliardär aufgekauft worden. Der neue Chefredakteur soll den neuen Kurs des Blattes durchsetzen. Seine erste Aufgabe: eine Sonderbeilage über die Ukraine. Zu seiner Unterstützung hat es als Volontärin eine ukrainische Maidan-Aktivistin mitgebracht.

Die Berliner Compagnie, die schon einige Male in Ahaus aufgetreten sind, wird geschätzt für ihr aufrüttelndes und anspruchsvolles Theater. Sie hat sich 1981 gegründet und sich ausgehend von der Erkenntnis, dass Frieden unabdingbar mit Gerechtigkeit zusammenhängt, verpflichtet, dem Erhalt des Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Dritte Welt, zu dienen.

Der Vorverkauf für diese Veranstaltung hat begonnen: Eintrittskarten sind zum Preis von 10,00 € ermäßigt und 12,00 € für Vollzahler (Abendkasse 14,00 € und 16,00 €) bei Ahaus Marketing und Touristik, der Volkshochschule Ahaus und dem Eine-Welt-Laden Ahaus erhältlich.

www.berlinercompagnie.de

Exposé

 

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