29.4.2017

Westfälische Nachrichten, 12. Juni 2011

Dieter Homann

Ahaus - Nach ihrem ersten Buch "Gewaltprävention für Jugendliche", in dem Peter Schwack und Dieter Homann ein Konzept für die Arbeit mit auffälligen und straffälligen Kindern und Jugendlichen beschrieben haben, kommt in diesen Tagen ein zweites Buch aus der Arbeit der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern auf den Markt.

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Buch: Jungen können alles! Mädchen können alles!

Unter dem Titel „Jungen können alles! Mädchen können alles!“ stellen Vera Reimer und Dieter Homann ihre Erfahrungen mit sozialer Gruppenarbeit für weibliche und männliche Jugendliche vor. Auch dieses Buch ist wieder im Verlag an der Ruhr erschienen, der für die ansprechende Gestaltung der Bücher verantwortlich zeichnet.

Seit über zehn Jahren bieten Reimer und Homann die geschlechtsspezifische Gruppenarbeit mit großem Erfolg an – einige Hundert Jugendliche haben hieran bereits teilgenommen. Die Jugendlichen lernen, ihre Interessen und Fähigkeiten zu erkennen und richtig einzuschätzen, reflektieren ihr Leben in Familie, Clique und Schule, beschäftigen sich mit Vorbildern, Geschlechterrollen und Erwartungen an das eigene und das andere Geschlecht, sprechen über Pubertät und Liebe. Da in den Gruppen ein hohes Maß an Vertrautheit herrscht, kommen dabei manchmal Dinge zur Sprache, die sich die Jugendlichen an kaum einem anderen Ort zu thematisieren wagen.

Im Rahmen einer Feier zum dreißigjährigen Bestehen der Beratungsstelle werden am 17. Juni 2011 Reimer und Homann das Buch der Öffentlichkeit vorstellen.

Gewaltprävention für Jugendliche

Dieter Homann/Peter Schwack: Gewaltprävention für Jugendliche. Ein Trainingskurs für Schule und Jugendarbeit. Erschienen im Verlag an der Ruhr, Mülheim a.d. Ruhr, Frühling 2010, 68 S., 11,80 €, ISBN 978-3-8346-0595-5.

Die Aggressions- und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen steigt – aber wie beugt man ihr rechtzeitig vor oder geht effektiv dagegen an? Mit diesem Praxisbuch erhalten Sie ein komplett ausgearbeitetes und einfach umsetzbares Programm, das bereits auffällig gewordene Jugendliche auf aktive und herausfordernde Weise dazu anleitet, ihr Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Allen anderen hilft es, Ansätze von Gewalt zu erkennen, ihre eigene Gefühlswelt in Einklang zu halten und in brenzligen Situationen Zivilcourage zu zeigen. Die Jugendlichen stärken ihr Selbstbewusstsein z.B. durch Grenzerfahrungen an der Kletterwand, werden durch Kooperationsspiele zum Teamplay aufgefordert oder lernen durch „Kampfspiele“, sich an Regeln zu halten. Beim Besuch einer Polizeistation und des Amtsgerichts werden sie mit den Folgen einer Straftat konfrontiert. Ein wichtiger Bestandteil sind zudem die regelmäßigen Gespräche, in denen die Jugendlichen über die Gruppenerlebnisse sprechen, aber auch über das berichten, was sie gerade beschäftigt. Der von der Caritas entwickelte Kurs wurde bereits erfolgreich eingesetzt und eignet sich sowohl für Schul-AGs und Projekte am Nachmittag als auch für die Jugendarbeit.

Münsterland-Zeitung, 07. Februar 2010: Fachstelle zeichnet Jungen-Projekt landesweit aus

Dieter Homann: Soziale Gruppenarbeit für und mit Jungen

Rezension aus der Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004

Buch: Ahaus 1933

Gregor Müller: Ahaus 1933. Installation des nationalsozialistischen System. Erschienen im Lit-Verlag Münster, Lit-Geschichte, Bd. 51, Sommer 2004, 176 S., 14,90 €, ISBN3-8258-7479-6.

UWG-Gründungsmitglied Gregor Müller hat mit "Ahaus 1933" eine bisher fehlende Bestandsaufnahme der Machtübernahme und der Herrschaft der Nazis in Ahaus vorgelegt. Das Buch schildert gesellschaftlichen Verflechtungen von Nachbarschaften, Vereinen und Parteien und erklärt, wie es auch in Ahaus, das sicherlich keine Hochburg der NSDAP war, trotzdem zu einer schnellen und reibungslosen Übergabe der örtlichen Politik und Verwaltung kam, wie Widerstand gebrochen wurde.

Rezension aus der Münsterland-Zeitung, 03. Juli 2004

Ahaus 1933: Vielfältige Verflechtungen

Von Stefan Grothues. Ahaus - Eigentlich hatte Gregor Müller eine politische Biographie schreiben wollen: über Johannes Ridder, der von 1921 bis 1951 als Bürgemeister und Stadtdirektor der erste Mann im Ahauser Rathaus war. "Wie konnte es sein", so fragte sich Müller, "dass ein Mann drei Jahrzehnte diese Position bekleiden kann und dabei drei Staatssysteme durchlebt, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und die Bundesrepublik"?

Je mehr sich Müller in diese Fragen vertiefte, desto mehr Abstand gewann er von der Person Ridders, desto mehr rückten die vielfältigen gesellschaftlichen Verflechtungen von Nachbarschaften, Vereinen und Parteien in den Blickpunkt. Nach mehrjährigen Archivforschungen, Zeitzeugengesprächen und Literaturstudien hat Gregor Müller jetzt das Ergebnis seiner Untersuchungen veröffentlicht: "Ahaus 1933 - Installation des nationalsozialistischen Systems" ist der Titel des 160 Seiten starken Buches, das als Band 51 in der Reihe "Geschichte" des LIT-Verlages erschienen ist.

Einfache Schuld- oder Unschuldszuweisungen sind in Müllers Untersuchung nicht zu finden: "Ich war überrascht, wie verflochten und komplex die Machtstrukturen waren." "Zwischen den Stühlen" Während zum Beispiel Landrat Felix Sümmermann nicht in die NSDAP eintrat, wurde Ridder 1937 Mitglied. Aber, so Müller, Ridder sei nie mit Parteiuniform aufgetreten, sondern habe stets die Uniform des DRK vorgezogen. Das Bild sei uneinheitlich: Mal habe Ridder als Polizeichef Schutzhaftmaßnahmen eifrig umgesetzt, mal schützend seine Hand über Verfolgte gehalten.

Müller: "Er jonglierte am Ende zwischen allen Stühlen, seine Position wurde immer schwächer." Immer stärker dagegen wurde die Partei. Zu den Ahauser Gründungsmitgliedern hätten im August 1932 vor allem die Mittelständler gezählt. 1933 schon gewann die NSDAP 120 Neumitglieder aus allen Schichten. Detailliert zeigt Müller auf, wie Vereine, Kirchen und andere gesellschaftliche Gruppen Brüche und Kontinuitäten von der Weimarer Republik zum so genannten "Dritten Reich" vollzogen. Arbeit geht weiter Der in Danzig geborene Gregor Müller nahm nach seinem Berufsleben als Deutsch- und Relgionslehrer 1990 als 65-Jähriger das Studium der Soziologie, Pädagogik, Philosophie und Geschichte auf, "nicht als Studium im Alter, sondern als Vollstudium", wie er betont.

Schwerpunkt war bis 1996 die Biographieforschung, die in die Veröffentlichung eines Buches über seine Heimatstadt Danzig mündete. Müller plant weitere Forschungen über den Nationalsozialismus in Ahaus. "Ich hoffe auf viele Reaktionen auf mein Buch und darauf, dass ich neue Materialien wie Fotos, Schriftstücke, Parteibücher, Orden oder ähnliches aus den 30er und 40er Jahren zur Verfügung gestellt bekomme."

Buch: Ahaus. Das Buch zum Castor

Drücke, Bernd / Oelschläger, Thomas / Enning, Kerstin: Ahaus. Das Buch zum Castor. 134 Seiten, mit zahlreichen Fotos und Abbildungen, Verlag Klemm & Oelschläger, Ulm 1999, ISBN 3-932577-16-7

Der Konflikt um das Ahauser Atommüll-Lager prägt seit Ende der 70er Jahre das öffentliche Leben in Ahaus. Er war 1979 auch Anlass für die Gründung der UWG Ahaus. Der von Bernd Drücke, Thomas Oelschläger und Kerstin Enning herausgegebene Band gibt aus Sicht von AktivistInnen einen differenzierten Überblick über die Hintergründe nicht nur des Ahauser Atommüll-Lagers, sondern auch der deutschen Atom- und Energiepolitik. Auch Autoren aus der Ahauser UWG haben an der Publikation mitgewirkt.

Rezensionen und Pressestimmen:

"...ginge es nicht um die Realität vor der eigenen Haustür, konnte man sich mit diesem Mafiosi/Science Fiktion-Thriller schon köstlich gruseln ... die Lektüre vermittelt solide Grundkenntnisse der Atomindustrie - dabei bekommt man unweigerlich Wut im Bauch..."

Ultimo 04/00

"...kompetente Autorinnen aus der Bewegung schildern die Auseinandersetzung um die Ahauser Atommüll-Halle von den Anfängen bis zur brisanten Gegenwart. Eine Pflichtlektüre auf dem Weg zum nächsten Tag X in Ahaus (oder anderswo)..."

X-tausendmal quer - überall 03/00

"...erstaunlich objektive Sicht. - ohne "Szene-Sprache" oder Agitation..."

Münstersche Zeitung/ Münsterland-Zeitung

"...ein gutes, ansprechendes und interessantes Buch, in dem Neueinsteigerlnnen Erstaunliches und bramarbasierenden Haudegen der Bewegung Ergänzendes in angenehmer und gut lesbarer Form dargeboten wird... - ...das Ahaus-Buch ist deutlich mehr als eine Castor-Chronik oder BEZ-Broschüre."

apoplex 02/00

"... eine Publikation, die sich umfassend mit der Geschichte des Brennelemente-Zwischenlagers Ahaus und dem Widerstand dagegen befasst... - ...dokumentiert über die Darstellung der Geschehnisse im Umfeld des Zwischenlagers Ahaus hinaus den Facettenreichtum der Anti-Atomkraft-Bewegung..."

Westfälische Nachrichten

"...ein 'Innenbericht' aus durchaus unterschiedlicher Perspektive der 'Aktivisten', zur Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland ... ab mittleren Bibliotheken empfohlen, und zwar nicht nur in der Region..."

ekz. bibliotheksservice

"...gerade rechtzeitig ... mit vielfältigen Hintergrundinformationen..."

Ökologisch 01/00

"...anschaulich und faktenreich..."

draußen-Straßenmagazin 03/00

"...welche materielle Gewalt die Atomwirtschaft in die Kommunalpolitik bringen kann, um Entscheidungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen, zeigt Hartmut Liebermann, Sprecher der BI "Kein Atommüll nach Ahaus" ... eine schöne Chronologie des bundesweiten Anti-AKW--Widerstandes..."

analyse & kritik

Broschüre: Ahaus und der Tag X

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" (Hg.): Ahaus und der Tag X - Eine Dokumentation. 60 Seiten, Selbstverlag der Herausgeberin, erschienen im Sommer 1998

Die Dokumentation der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" beleuchtet die Vorkommnisse rund um den Transport von hochradioaktivem Atommüll in das Ahauser Atommüll-Lager am 20. März 1998 - gewaltsame Aufhebung des Demonstrationsrechts bei dem bis dahin größten Polizeieinsatz der Bundesgeschichte. Die Kinderbuchautorin Gudrun Pausewang schreibt in ihrem Vorwort: "Werter Vater Staat, wir sind diejenigen deiner Bürger, die ihre staatsbürgerliche Pflicht nicht nur darin sehen, sich alle vier Jahre an der Wahlurne von dir fragen zu lassen: 'Na, wie hätten Sie's denn gern?' Wir sind der Meinung, daß es die Pflicht jedes Basisbürgers eines demokratisch regierten Staates ist, sich ständig mitverantwortlich zu fühlen für das, was politisch in unserem Land - und nicht nur da! - geschieht. Deswegen wehren wir uns gegen die Atommüll-Transporte, die du, Vater Staat, uns aufzwingst."

Einleitung der HerausgeberInnen

Was soll das?
30.000 Polizistinnen schützen den Castor-Transport.

Was soll das?
Weiträumige Versammlungsverbote.

Was soll das?
Herbeireden von Chaoten und Gewalttätern.

Was soll das?
Unrechtmäßige Campräumungen.

Was soll das?
Mehr als 600 Menschen in Gewahrsam.

Was soll das?
Gefangenensammelstellen als rechtsfreie Räume.

Was soll das?
Vermummte Polizeieinheiten mit Schlagstöcken gegen friedliche Demonstranten.

Was soll das?

Diese Reibung ließe sich (leider) noch lange fortsetzen.
Trotzdem erklärte der Polizeisprecher Walther Schmitz, dass der Zug nach rund 17stündiger Fahrt im Lager angelangt sei - "ohne größere Zwischenfälle!"

Ohne größere Zwischenfälle? Was soll das?

Die vorliegende Dokumentation soll aufzeigen, dass es tatsächlich eine große Anzahl von "Zwischenfällen", von "nennenswerten Zwischenfällen" gegeben hat, die vielleicht nur zur Sprache gebracht werden können, wenn wir alle "von Ort zu Ort gehen" und darüber reden.

Diese Einsicht hat auch uns vier als Redaktionsteam zusammen- und an die Arbeit gebracht.
Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir all das, was wir am Tag X in und um Abaus beobachtet, erlebt und auch erlitten haben und was durchaus wert ist, benannt zu werden, dokumentieren können.

Wir wollten und konnten keine lückenlos dokumentierte Zeitgeschichte veröffentlichen, haben aber unsere eigenen Beobachtungen und Erlebnisse (z.B. auch in der Gefangenensammelstelle in Münster) ergänzt durch viele, sehr unterschiedliche Erfabrungsberichte.

Auch eine sehr gut besuchte Veranstaltung in der Stadthalle in Ahaus zur Aufarbeitung des Tages X" hat mit dazu beigetragen, Licht in das wohl offensichtlich von Politik und Polizei gewünschte Dunkel des Tages X zu bringen.

Wir danken an dieser Stelle all denen, die ihre Erfahrungen aufgeschrieben und damit dieses Projekt unterstützt und ermöglicht haben.

Die Berichte und Stellungnahmen sind z.T. so persönlich, dass wir sie - auch zum Schutz der Berichtenden - alle ohne Namensnennung veröffentlichen. Anonyme Zuschriften und entsprechende Interneteinträge haben wir dagegen aber bewusst nicht mit aufgenommen.

Die VerfasserInnen aller hier auszugsweise oder vollständig abgedruckten Beiträge sind uns namentlich und zum Teil auch persönlich bekannt.

Sicher wird (trotz der 100 Seiten!) schnell der Vorwurf einer gewissen Einseitigkeit hörbar werden. Sicher hat es auch eine große Anzahl von Polizeieinsätzen gegeben, die vergleichbar mit den Erlebnissen der hier zitierten Beamtin aus Wuppertal gewesen sind.

Wir sind aber der Überzeugung, dass wenn von Verantwortlichen in Politik und Polizei die Grundrechte geachtet werden, die Polizei sich rechtmäßig und damit auch verhältnismäßig verhält, dass all dies nicht besonders erwähnt werden muss - oder sind die Verhältnisse schlimmer, als wir denken?

Bei unserer Arbeit haben wir uns gegenseitig kennen und schätzen gelernt und vor allem die Erfahrung gemacht, dass es hilft, über das Unglaubliche, aber eben doch Erfahrene zu sprechen, dass dies neue Kraft, Mut und Entschlossenheit schenkt.

Deshalb haben wir auch die Einzeldokumente - von Zeitungsausschnitten, über Zitate, ganze Briefe und verschiedene Fotos - so zusammengestellt, dass sie zu Gesprächen, zu Rückfragen auch an eigene Erinnerungen anregen, dass sie neugierig machen, andere Betroffene zu fragen, und mutig werden lassen, die Verantwortlichen zur Rede zu stellen.

Darum haben wir die Leserin und den Leser nicht an die Hand nehmen wollen, keine langen Erklärungen, Erläuterungen und Kommentare hinzugefügt, sondern das Anstößige so aufbereitet, dass es frag-würdig wird. Dass all die hier aufgeworfenen Fragen eines Tages vielleicht besser beantwortet werden als in dem peinlichen und fast schon nicht mehr zitierfähigen Brief aus dem Innenministerium, ist in einer Demokratie Aufgabe für alle Bürgerinnen und Bürger.

Hierzu möchten wir beitragen, indem wir die Leserinnen und Leser ermutigen: "Jetzt x-tra."

Ingrid - Maria - Mechthild - Werner

Zu beziehen ist diese Broschüre bei der Herausgeberin:

Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
Postfach 1165
48683 Ahaus
fon 02561/961791
fax 02561/961792

www.bi-ahaus.de