14.7.2020

Das Foto zeigt eine Frontansicht des Ahauser Rathauses

 

In diesen Zeiten gibt es für die Städte und Gemeinden die Möglichkeit, die Entscheidungen und Aufgaben des Rates auf den Hauptausschuss zu übertragen. Diese Möglichkeit ist mehrheitlich von den Räten zu entscheiden.

Die Fraktion der UWG hat sich einstimmig dafür entschieden, so zu verfahren, um große Versammlungen zu vermeiden, die im privaten Bereich derzeit verboten sind und in diesem Umfang nach wie vor verboten bleiben. Es ist in meinen Augen nicht vermittel- und verantwortbar, Sitzungen in einer Größenordnung stattfinden zu lassen, wie sie das Ansteckungsrisiko erheblich erhöhen. Dieses ist gerade auf dem Hintergrund, dass viele Mandatsträger aus unterschiedlichen Gründen (Vorerkrankungen, Altersgrenze, …) durchaus zu den Risikogruppen gehören.

Die Mehrheit des Rates der Stadt Ahaus hat sich gegen diese Möglichkeit entschieden, was für mich in keiner Weise nachvollziehbar ist. Stattdessen wurde entschieden, dass mit einem enormen Aufwand die Sitzung des Rates in die Stadthalle verlegt wurde. Damit wurden auch Kräfte, Zeit und Energie für die Ratssitzung gebunden, die an anderer Stelle sicher wesentlich sinnvoller hätten eingesetzt werden können.

Ich bin sehr dankbar für das Krisenmanagement der Bürgermeisterin und des Verwaltungsvorstandes, denn diese leisten auch in ungewöhnlichen Zeiten einen außergewöhnlich guten Job.Mit sehr viel Augenmaß und Sensibilität wird gerade in dieser Zeit eine für uns alle sehr wertvolle Arbeit geleistet.

Ich wäre sehr froh, wenn die Politiker aller Parteien in Zukunft mit ihrem Mandat so verantwortungsbewusst umgehen, dass Ratsmitglieder aus Risikogruppen auch in Zukunft deutlich geschützt werden und gleichzeitig keine falschen Signale an die verantwortungsbewussten Bürger gesendet werden.

Politik geht in diesen Zeiten auch anders – wir müssen es nur wollen!

 

Dieser Leserbrief wurde von Dieter Homann an die Münsterland Zeitung und die Westfälischen Nachrichten geschickt. Der Brief wurde am 8. Mai in vollständiger Form in den Westfälischen Nachrichten veröffentlicht, die Veröffentlichung in der Münsterland Zeitung erfolgte in gekürzter Form am 9. Mai 2020.

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