26.6.2019

Durch die Aktion „Stadtradeln“, an der sich überregional eine Vielzahl Gruppierungen unterschiedlichster Art beteiligten, rückte das Fahrradfahren zuletzt in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Kreis Borken ermutigte 5298 Radelnde, die im Aktionszeitraum bereits über eine Millionen Kilometer erradelten, was zugleich einen Bestwert unter den Kommunen darstellt. Allein in Ahaus waren vom 01.-21. Mai insgesamt 45 Gruppierungen, u. a. die UWG Ahaus, aktiv.
In den vergangenen Wochen berichtete die MZ mehrfach über Beschwerden radfahrender Bürgerinnen und Bürger.

Deshalb rief die UWG Ahaus am vergangenen Dienstag, den 28.05.2019, interessierte Ahauserinnen und Ahauser auf, an einer geführten Radtour in und um Ahaus teilzunehmen. Die Radtour zielte darauf ab, mögliche Gefahrenstellen zu dokumentieren und über Verbesserungsvorschläge der Situation für Radfahrende in und um Ahaus zu diskutieren. Die Route wurde von einer Vorbereitungsgruppe der UWG entwickelt und durch Hinweise der teilnehmenden Ahauserinnen und Ahauser ergänzt. Sie endete in einem Ahauser Restaurant, in dem sich schließlich alle Radfahrenden stärkten.

Währenddessen wurde insbesondere die Zufriedenheit der Radwege-Infrastruktur besprochen.
Insgesamt waren die Teilnehmenden mit der Beschaffenheit der Radwegeoberflächen, der Beleuchtung dieser und mit den stadtnahen Abstellgelegenheiten, wie zum Beispiel an der Wallstraße oder neben dem Rathaus, zufrieden. Das subjektive Sicherheitsempfinden vor Diebstählen werde an Plätzen, wie dem Marienplatz oder in Bahnhofnähe jedoch weniger positiv wahrgenommen.
Verbesserungswürdig seien teilweise auch die Beschilderungen an Parkplatzausfahrten, wie dem „alten Kreishaus“ in Richtung Bahnhofstraße und diverse Ampelschaltungen. Vorbildlich wurde die Ampelanlage in Nähe der Stadtwerke benannt. Dort müssen Radfahrer nicht erst auf einen Knopf drücken. Ebenfalls erhalten Radfahrende gegenüber Autofahrenden, die aus der selben Richtung starten, einen Vorsprung von etwa drei Sekunden, die dazu beitragen, das Kollisionsrisiko mit abbiegenden Autos beim Anfahren zu minimieren.

In Ahaus gibt es bereits viele von der Fahrbahn abgetrennte Radwege, die eine zügige Erreichbarkeit von öffentlichen Einrichtungen und der Innenstadt ermöglichen. Die Ortsteile Wüllen und Wessum seien für Radfahrende inzwischen ebenfalls zufriedenstellend erschlossen worden. Das Fahrrad wird von vielen Ahauserinnen und Ahausern als schnelles und günstiges Verkehrsmittel präferiert. Die Teilnehmenden merkten zudem an, dass man sich als Radfahrender die Parkplatzsuche spare, etwas für die eigene Gesundheit tue und es insbesondere auf Kurzstrecken eine ökologisch sinnvolle Form der Fortbewegung ist.

Im Raum steht der Vorschlag, einen Teil des Ottensteiner Weges als Fahrradstraße nach niederländischem Modell („Fahrradstraße – Auto zu Gast“) umzugestalten. Durch die erhöhte Attraktivität des Freizeitgeländes inklusive des Bikeparks und des überquerenden Fahrradweges entlang der Aa-Umflut, würde diese Lösung die (an dieser Stelle oft jungen) Radfahrenden gegenüber den Autofahrenden besonders schützen und gleichberechtigen. In puncto der Gleichberechtigung von Radfahrenden mit Autofahrenden wurde das Risiko gemeinschaftlich genutzter Fahrbahnen, wie etwa am Rotering oder an der Wallstraße thematisiert. Den Organisatoren war es wichtig, Radfahrende und Autofahrende nicht als Konkurrenten im Straßenverkehr zu betrachten, sondern beidseitige Lösungen zu finden.

Das weitere Verfahren beabsichtigt, einen umfassenden Antrag zur Verbesserung der Situation von Fahrradfahrenden in und um Ahaus, an die Stadtverwaltung zu stellen. Erste Ideen liegen vor, die nun breiter diskutiert, ergänzt und in Handlungsvorschläge gegossen werden.
Dabei setzen wir auf die Beteiligung von bürgerschaftlich engagierten Ahauserinnen und Ahauser. Besonders in den Ortsteilen und Wohngebieten sind wir auf Ihre Mitwirkung angewiesen.

Vorschläge und Anmerkungen nehmen wir bis zum 31.08.2019 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im persönlichen Kontakt mit Ihren Vertreterinnen und Vertretern der UWG-Ratsfraktion entgegen.

Gerne möchten wir auf den ausführlichen ADFC Fahrradklima-Test hinweisen:
https://object-manager.com/om_map_fahrrad_if_2018/data/2018/Ahaus.pdf

Hier geht es zur Fotostrecke auf GoogleDrive:
https://drive.google.com/open?id=1-CXwFEycKfpPBCU2EIXu4kuc66TVrr4K

gm


Fotostrecke:

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