26.6.2019

UWG Ahaus besucht stattVerbrenner

Wie e-Carsharing im ländlichen Raum funktionieren kann

Abbildung 1: Besuch der UWG Ahaus beim Ingenieurbüro Buss dem Initiator und Betreiber vom e-Carsharing „stattVerbrenner“
Abbildung 1: Besuch der UWG Ahaus beim Ingenieurbüro Buss, dem Initiator und Betreiber vom e-Carsharing „stattVerbrenner“

 

In der letzten Woche war die unabhängige Wählergruppe Ahaus zu Besuch beim stattVerbrenner, um sich vor Ort selbst ein Bild über das digitale e-Carsharing in Ahaus zu machen.

Der Termin stieß vorab bereits auf großes Interesse, so dass insgesamt 11 Mitglieder der UWG teilnahmen.

„stattVerbrenner“ ist ein Projekt des Ingenieurbüros Buss, welches der Frage auf den Grund geht, wie die Energie und Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum aussehen kann und was dafür alles notwendig ist. Seit Juli 2017 bietet das Unternehmen jedem, der einen gültigen Führerschein besitzt die Möglichkeit, jederzeit ein Elektroauto zu nutzen. War zu Beginn alles noch ganz einfach und wenig digital mit Ausgabe des Schlüssels, war es das Ziel in Zusammenarbeit mit der Tobit Software AG aus Ahaus, einen vollkommen digitalen Prozess anzubieten. Im Mai 2018 ist dann das App-basierte System online gegangen. Seitdem läuft das e-Carsharing völlig digital - von der Buchung über die Nutzung des Fahrzeugs bis hin zur Bezahlung.

Wenn der Nutzer in der App oder auf der Website ein Fahrzeug bucht, wird ein „Schlüssel“ im Nutzerkonto hinterlegt. Sobald dieser „Schlüssel“ gültig ist und der Nutzer sich in der Nähe des Fahrzeugs befindet, wird eine Bluetooth Verbindung hergestellt, und das Elektroauto kann mit dem Smartphone bedient werden. Die Bezahlung wird direkt über das Chayns Nutzerkonto abgewickelt, in dem eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten wie z.B. auch PayPal hinterlegt werden können.

Somit stehen den über 300 Nutzern zu jeder Zeit 4 Elektrofahrzeuge über die App zur Verfügung, Tendenz steigend. Insgesamt wurden die Fahrzeuge bereits über 35.000 Kilometer im Carsharing bewegt, was lokal ca. 6,5 Tonnen CO2 eingespart hat. Damit beweist stattVerbrenner, dass es auch im ländlichen Raum durchaus Bedarf für einen Carsharing Dienst gibt.

Die UWG Ahaus war von dem Konzept begeistert und sieht in der kurzfristigen, flexiblen und kostengünstigen Bereitstellung von individueller Mobilität einen großen Mehrwert, auch als „verlängerte Werkbank“ des ÖPNV. Gerade Familien mit einem Auto bzw. Bürger ohne Auto profitieren von so einem Angebot. Das e-Carsharing stattVerbrenner testet verschiedene, teils wechselnde Basisstationen, an denen die Fahrzeuge mit der App abgeholt werden können. Diese sind über das Stadtgebiet und in den Ortschaften verteilt. In diesem Jahr wird eine erste Basisstation in das Wohngebiet beim Finanzamt verlegt, um das Elektroauto näher an den Wohnort potentieller Nutzer zu bringen.

Aber der Abend wurde auch dazu genutzt, Grundsätzliches zur Elektromobilität und Mobilitätskonzepten zu diskutieren. Ein Problem, was dabei immer wieder thematisiert wurde, ist die Ladesäuleninfrastruktur. Wobei die noch nicht großflächig ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur nicht als Hauptproblem identifiziert wurde, da Elektroautos meistens zu Hause geladen werden. Vielmehr ist der Zugang zu dieser Ladeinfrastruktur zu kompliziert. Viele Anbieter verlangen eine eigene RFID-Karte oder eine App zur Authentifizierung. Für die Bezahlung wird häufig nur eine Kreditkarte akzeptiert und die Freischaltung als Kunde dauert sehr lange. Ein einfacher allgemein geregelter Zugang zur Ladeinfrastruktur, den man auch als Neukunde sofort nutzen kann, wäre für die Elektromobilität wirklich ein Segen.

Die UWG Ahaus bedankte sich für diese wichtigen und durchaus spannenden Ausführungen zum Themenbereich Energie und Elektromobilität für Ahaus.

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